13.08.2019, 23:46 Uhr

Gedenk- und Aktionstag Am 22. August ist Tag des Fisches!

Nasen unter Wasser. (Foto: Merkel)Nasen unter Wasser. (Foto: Merkel)

Was wohl mit einem Internet-Scherz im Jahr 2007 auf Wikipedia begann, hat sich seitdem als Gedenk- und Aktionstag fest etabliert: der Tag der Fische am 22. August jeden Jahres.

REGENSBURG Der Fischereiverband Oberpfalz e. V. möchte diesen Tag der Fische dazu nutzen, auf die derzeitigen drängenden Probleme unserer heimischen Wildfischbestände hinzuweisen. Der Großteil der bayerischen Fischarten (57 Prozent) ist in der Roten Liste gefährdeter Tierarten Bayerns (Stand 2003) aufgeführt. Von den ursprünglich 75 heimischen Arten sind heute nur noch 66 Arten (88 Prozent) vorzufinden. 26 Arten sind Bestandteil der Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Richtlinie und besitzen somit europäischen Schutzstatus. Der Fisch des Jahres 2019, der Atlantische Lachs (Salmo salar) – trotz seines Namens eigentlich ein Ur-Bayer – ist zum Beispiel in Bayern verschollen bzw. ausgestorben.

Die Gründe für die Gefährdung bzw. das Fehlen mancher Fischarten sind vielfältig, komplex und verstärken sich zum Teil gegenseitig. Durch den voranschreitenden Klimawandel führen beispielsweise viele Gewässer in den heißen Sommermonaten nur noch sehr wenig Wasser. Gelangen in solche Gewässer durch Einleitungen oder auch Unfälle (zum Beispiel durch Biogasanlagen, Löschschaum, etc.) dann auch noch Schadstoffe, führt das wegen der geringen Wasserstände oft zu Totalausfällen und zu Fischsterben. Neben Stoffeinträgen aus Landwirtschaft und Kläranlagen, Querbauwerken in den Flüssen als Wanderhindernissen sowie fehlenden Strukturen zum Laichen und für Jungfische sind häufig auch Fischräuber wie Kormoran, Graureiher, der invasive Mink oder auch der Fischotter für den Rückgang der Fischartenvielfalt verantwortlich. Der Fischotter zum Beispiel ist mittlerweile in der ganzen Oberpfalz verbreitet und bayernweit auf dem Vormarsch.

Fischereivereine und -verbände setzen sich seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Gewässer ein, sorgen unter großem ehrenamtlichen und finanziellen Einsatz für die Verbesserung der aquatischen Lebensräume, unterstützen gefährdete Fischarten (zum Beispiel Äsche, Barbe und Nase) durch Besatz und bilden junge Leute aus, um dieses Wissen auch an die nächsten Generationen weiter zu geben. Dieser Einsatz, die sogenannte Hege, ergibt sich aus dem Artikel 1 des Bayerischen Fischereigesetzes. Unter der Hege versteht man die Erhaltung und Förderung eines der Größe, Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des Gewässers angepassten artenreichen und gesunden Fischbestands sowie die Pflege und Sicherung standortgerechter Lebensgemeinschaften.

„Am Tag der Fische wollen wir den Fokus auf die Vielfalt und Schönheit unserer heimischen Fische lenken und daran erinnern, dass deren Schutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von uns allen ist. Wir Fischerinnen und Fischer leisten dazu gerne auch in der Zukunft unseren aktiven Beitrag.“


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