22.10.2019, 11:40 Uhr

Grenzübergreifende Kooperationen Wenn aus Nachbarn Partner werden – Bayerisch-Tschechische Unternehmensbörse in Klattau

Freuten sich über den Erfolg der dritten Unternehmensbörse: Radek Pasava, Rudolf Salvetr, Willi Killinger, Daniel Schmidbauer, Dr. Martin Dvorák, Bertram Vogel, Kaspar Sammer, Radka Trylčová, Jaroslava Pongratz und Dr. Olaf Heinrich. (Foto: Europaregion Donau-Moldau)Freuten sich über den Erfolg der dritten Unternehmensbörse: Radek Pasava, Rudolf Salvetr, Willi Killinger, Daniel Schmidbauer, Dr. Martin Dvorák, Bertram Vogel, Kaspar Sammer, Radka Trylčová, Jaroslava Pongratz und Dr. Olaf Heinrich. (Foto: Europaregion Donau-Moldau)

So wie sich die Zeiten ändern, ändert sich auch die Wirtschaft. Im bayerisch-böhmischen Grenzraum wird das besonders deutlich. Nutzten früher die deutschen Firmen den benachbarten Wirtschaftsraum wegen günstigerer Personal- und Produktionskosten, begegnen sich heute beide Länder auf Augenhöhe – und stehen auch vor den gleichen Herausforderungen, wie Bertram Vogel, Geschäftsführer des Niederbayern-Forums, betont. „Durch die Kontakte, den Austausch und die Kooperationen können viele Synergien genutzt werden, die sich für alle Beteiligten positiv auswirken“, hob Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin der Europaregion Donau-Moldau (EDM) hervor. Der Trägerverein der EDM und das Niederbayern-Forum hatten am Mittwoch zur dritten grenzübergreifenden Bayerisch-Tschechischen Unternehmensbörse in das tschechische Klattau eingeladen und rund 100 Aussteller sowie gut 300 Besucher nutzten diese Möglichkeit des wirtschaftlichen Austausches.

LANDSHUT Der niederbayerische Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der zugleich Vorsitzender beider Vereine ist, verwies als Schirmherr darauf, dass über 3.000 bayerische Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu Tschechien unterhalten und mehr als 350 Firmen mit einer Niederlassung vertreten sind. Mit der Unternehmensbörse wolle man Wirtschaftspartner zusammenbringen und damit neue grenzübergreifende Kooperationen initiieren. „Durch Vertrauen, Kommunikation und Kooperation wird unsere Region auch in Zukunft stark und konkurrenzfähig sein“, so Heinrich, der die Veranstaltung auch als „großartiges Zeichen für gelebte europäische Werte“ verstand.

Zwei Referenten gaben den Besuchern aus den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik, IT, Automotive und diesmal auch dem Bauwesen anfangs Einblicke in grenzüberschreitende Erfolgsgeschichte: Daniel Schmidbauer, Werkleiter Metall im Heyco-Werk Süd, blickte auf die Entwicklung seiner Firma zurück, die 1936 gegründet wurde, 1960 nach Bayern kam und schon 1995 einen Standort in Tschechien aufbaute. „Anfänglich als verlängerte Werkbank, heute arbeitet der Standort völlig eigenständig“, so Schmidbauer. Nach vielen Investitionen in Maschinen habe sich der Umsatz in den vergangenen drei Jahren verdoppelt und auch in Zukunft stehen Baumaßnahmen an, um den Standort weiter auszubauen.

Genau wie sein Vorredner war auch Dr. Martin Dvořák, Geschäftsführer Zambelli-Technik, zum ersten Mal bei der Unternehmensbörse vertreten. Er zeigte auf, wie die erfolgreiche Struktur der Firmengruppe Zambelli im Austausch zwischen Südböhmen und Bayern im Laufe der Jahre gewachsen ist. Beide zogen ein sehr positives Fazit der Veranstaltung, denn vor allem der Austausch in persönlichen Gesprächen auf der Messe sei „sehr interessant“ gewesen. „Wir konnten viele neue Kontakte zu unterschiedlichen Branchen knüpfen“, so Dvorák, der beim nächsten Mal unbedingt wieder dabei sein will.

Solche Rückmeldungen freuen natürlich auch Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin der EDM, die sowohl im Vorfeld, als auch bei der Unternehmensbörse selbst und danach, interessierte Partner dies- und jenseits der Grenze zusammenbringt. „Das Feedback war auch diesmal wieder riesig. Viele Teilnehmer, die beim letzten Mal dabei waren, haben mir davon berichtet, dass sie sehr von den Kontakten profitiert haben. Sie merken, wie groß das Potenzial ist und nutzen wieder gerne die Unternehmensbörse, um weitere Kooperationen aufzubauen.“ Auch Bertram Vogel ist hocherfreut, dass sich dieses Format als „zentrale Drehscheibe im grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum“ etabliert hat. „Die Firmen in beiden Ländern stehen vor den gleichen Herausforderungen und es ist sehr sinnvoll, gemeinsam an diesem spannenden Wirtschafts- und Entwicklungsraum zu arbeiten und ihn auch über die Grenzen hinweg nach außen zu präsentieren.“


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