21.01.2020, 18:30 Uhr

Neue Ausstellung im KOG „reisen. entdecken. sammeln.“ läuft bis 3. Mai

(Foto: KOG)(Foto: KOG)

Die Ausstellung „reisen. entdecken. sammeln.“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie führt in die Zeit des Eisernen Vorhangs zurück. Sie eröffnet am Freitag, 21. Februar 2020.

REGENSBURG Als Korrespondent für deutsche Medien war Hans-Peter Riese einer der Mittler zwischen Ost und West. Bei seinen Aufenthalten in der damaligen Tschechoslowakei und der Sowjetunion entstand eine umfangreiche Sammlung der dortigen Kunst. Der Kern befindet sich als Michaela Riese Stiftung im KOG. Die Ausstellung greift einige Beispiele für abstrakte und konstruktivistische Tendenzen abseits der offiziellen Kunstproduktion heraus. Fotografien von Barbara Klemm, Rieses Redaktionskollegin in der FAZ, ergänzen den Blick auf die 1970er und 1980er Jahre dokumentarisch. Parallel zeigt die Bibliothek der Universität Regensburg eine Präsentation zu der kürzlich von Riese gestifteten Kunst-Bibliothek, die die Themen seiner Sammlung aufgreift. Beide Stationen eröffnet am Freitag, 21. Februar 2020.

Bis vor 30 Jahren teilte der Eiserne Vorhang Europa in Ost und West: eine politische Abgrenzung, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen hatte. Hans-Peter Riese, damals als westdeutscher Journalist im Osten unterwegs, gehörte zu den Botschaftern zwischen den beiden Welten. Auf seinen Reisen begegnete er zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern. So entstand auch eine beeindruckende Sammlung, die er zusammen mit seiner Frau, der Journalistin Michaela Riese (1943–2000), aufbaute.

Seit 2008 befindet sich die Michaela Riese Stiftung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie (KOG) und wächst stetig. Aktuell umfasst sie etwa 270 Werke tschechischer und russischer, aber auch deutscher und polnischer KünstlerInnen. Mit der Ausstellung „reisen. entdecken. sammeln.“ würdigt das KOG den 20. Todestag von Michaela Riese.

Der Auftakt im großen Ausstellungssaal erinnert an Hans-Peter Rieses Zeit als Korrespondent im östlichen Europa. Seine Reportagen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung flankieren Fotografien seiner Redaktionskollegin Barbara Klemm. Signifikant ist der unbetitelte Zeitungsblock von Günther Uecker. Er schenkte ihn Riese 1985, als dieser als Korrespondent nach Moskau ging. Ueckers charakteristische Nägel durchbohren hier einen Stapel der Zeit: Das „Festgenagelt werden“ spielt an auf die damals allgegenwärtige Zensur im Ostblock.

In weiteren Sälen werden monografisch Arbeiten von vier tschechischen Künstlern vorgestellt. Werke von Jiří Kolář, Jan Kubíček, Miloš Urbásek und Zdeněk Sýkora geben einen Blick auf das Schaffen abseits der offiziellen Kunst der damaligen Tschechoslowakei. Im Fokus steht eine Werkauswahl aus der jüngsten, 2019 erfolgten Zustiftung. Zeitgleich stellt eine zweite Ausstellungsstation in der Universität Regensburg die Kunstbände von Hans-Peter Riese vor. Das Konvolut zur Kunst im östlichen Europa stiftete er kürzlich der Bibliothek der Universität Regensburg. Es ist ab sofort für Forschungszwecke nutzbar.

Die Präsentation im „Schaufenster“, dem Ausstellungsraum im Foyer der Zentralbibliothek Regensburg, wird ergänzt durch weitere Fotografien von Barbara Klemm sowie durch Künstlerkarten und -korrespondenz sowie eine Auswahl Kunstbücher, die zusammen Einblick in Rieses enge Freundschaften mit Künstlerinnen und Künstlern geben.

Die Ausstellung „reisen. entdecken. sammeln.“ eröffnet am Freitag, 21. Februar, um 11 Uhr in der Universitätsbibliothek Regensburg, um 19 Uhr im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Am Samstag, 22. Februar, führen Hans-Peter Riese und Barbara Klemm um 11 Uhr ein öffentliches Künstlergespräch im KOG.


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