21.10.2019, 15:35 Uhr

Herzenswunsch-Krankenwagen Sterbenskranke Mutter will sich mit Sohn aussöhnen

Mutter und Sohn kamen sich nach Jahren wieder näher. (Foto: Zimmermann/Malteser)Mutter und Sohn kamen sich nach Jahren wieder näher. (Foto: Zimmermann/Malteser)

Kein Weg ist zu weit, um sein einziges Kind noch einmal in die Arme zu nehmen.

DEGGENDORF Sylvia Schulz ist klar, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Der Eierstockkrebs und die damit einhergehenden Behandlungen haben sie stark gezeichnet.

Fünf Jahre schon hat die 68-Jährige ihren einzigen Sohn nicht mehr gesehen. Bei ihrer letzten Begegnung sind sie nicht gerade im Guten auseinandergegangen. Ihr dringlichster Wunsch war deshalb, sich mit ihm zu versöhnen. Sie war alleinerziehend. Es bestand eigentlich immer ein sehr inniges Verhältnis zwischen Mutter und Kind. Bis zu dem Zeitpunkt, als der Sohn aus beruflichen Gründen nach Dresden zog, selbst erkrankte und deshalb seine Mutter nicht besuchen konnte.

Den Maltesern Udo Eiling und Karin Zimmermann vom Malteser Hilfsdienst war sofort klar, dass man der Frau mithilfe des Herzenswunsch-Krankenwagens ermöglichen sollte, ihren Sohn noch einmal zu sehen. Sie sprangen deshalb bei der Herzenswunschfahrt für die Deggendorfer Kollegen ein, die am ausgemachten Termin verhindert waren. Sylvia Schulz ist Patientin der Palliativstation des Donauisar Klinikums Deggendorf und von dort startete auch die Fahrt Richtung Dresden.

Alle pflegerischen Mitarbeiter der Palliativstation bereiteten diese kräftezehrende Reise der geschwächten Patientin mit großem Engagement vor. Dank zügiger und behutsamer Fahrweise und liebevoller pflegerischer Betreuung durch eine medizinische Begleitung und die Malteser bewältigte Sylvia Schulz die Anstrengung gut. Am Zielort angekommen konnte die 68-Jährige nicht nur ihren Sohn, sondern zu ihrer großen Freude, auch ihre zukünftige Schwiegertochter in die Arme nehmen. In einigen vertraulichen Stunden wurden versöhnende Gespräche geführt und bestehende Missverständnisse aufgelöst.

Karin Zimmermann von den Maltesern ist beeindruckt: „Schwer krank, macht sich Frau Schulz auf den Weg um ihren Sohn noch einmal zu sehen. Da lag ihr wirklich was auf dem Herzen und das musste noch erledigt werden.“

Zurück in Deggendorf stellt Sylvia Schulz fest: „Das war der schönste Tag in meinem Leben! Danke, dass ihr das möglich gemacht habt.“ Sylvia Schulz schmiedete auf der Rückfahrt sogar Pläne für ein nächstes Wiedersehen – wohlwissend, dass das nichts mehr wird. Ihre Lebenserwartung liegt bei wenigen Wochen.

Für Udo Eiling war es die erste Fahrt mit dem Herzenswunsch Krankenwagen. Im Vergleich zu Rettungsdienstfahrten hat er eine viel emotionalere Bindung zur Patientin aufgebaut. Wohl auch deshalb, weil ihm während der Fahrt bewusst war, dass Sylvia Schulz bald aus dem Leben geht und die Malteser ihr einen letzten Wunsch erfüllen: „Ich möchte mich bei unserem Gast für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Es war uns eine Ehre, dass wir diese Fahrt durchführen durften.“

Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser erfüllt letzte Wünsche und bringt unheilbar kranke Menschen an einen Ort ihrer Wahl. Seit mehreren Jahren haben die Malteser deutschlandweit an 16 Standorten einen Herzenswunsch-Krankenwagen. Die Fahrt ist für die Menschen kostenlos und der Dienst wird rein über Spenden finanziert, siehe: www.malteser-deggendorf.de. Interessierte Spender können sich auch gerne an Rebecca Marchese, unter rebecca.marchese@malteser.org wenden.

Spendenkonto für den Herzenswunsch-Krankenwagen

Pax Bank, IBAN: DE79 3706 0120 1201 2186 55, BIC: GENODED1PA7

Stichwort: Herzenswunsch


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