06.12.2019, 10:52 Uhr

Schnelle Umsetzung Das Gegenteil des Berliner Flughafens

Freuen sich über die Eröffnung (v.l.): Stefan Eichmüller, Leiter des Bezirkskrankenhauses Landshut, und Prof. Dr. Hermann Spießl, der ärztliche Direktor, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Landrätin Rita Röhrl, Dr. Roland Ebner, Leiter der KJP-Zwiesel und Ärztin Dr. Marion Schwarz, Vorstand der Arberlandkliniken, Christian Schmitz, Claudia Knab, Pflegedirektorin am BKH Landshut und Dr. Norbert Dibbern, als kommissarischer Chefarzt am BKH Landshut. (Foto: Lang/Bezirk Niederbayern)Freuen sich über die Eröffnung (v.l.): Stefan Eichmüller, Leiter des Bezirkskrankenhauses Landshut, und Prof. Dr. Hermann Spießl, der ärztliche Direktor, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Landrätin Rita Röhrl, Dr. Roland Ebner, Leiter der KJP-Zwiesel und Ärztin Dr. Marion Schwarz, Vorstand der Arberlandkliniken, Christian Schmitz, Claudia Knab, Pflegedirektorin am BKH Landshut und Dr. Norbert Dibbern, als kommissarischer Chefarzt am BKH Landshut. (Foto: Lang/Bezirk Niederbayern)

Eröffnung der Kinder- und Jugendpsychiatrie als Außenstelle in Zwiesel – Ärztlicher Leiter lobt phänomenale Teamleistung.

ZWIESEL Am Donnerstag wurde in der Arberlandklinik Zwiesel die Psychiatrische Institutsambulanz, Kinder- und Jugendpsychiatrie, als Außenstelle des Bezirkskrankenhauses Landshut eröffnet. Damit will der Bezirk Niederbayern seinem Versorgungsauftrag in bisher unterversorgten Regionen nachkommen.

Die fachärztliche Leitung liegt in den Händen von Oberarzt Dr. Roland Ebner, der bereits die KJP-Außenstelle im Donauisar Klinikum in Deggendorf leitet. Als „Glücksfall“ bezeichnete es Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, dass man mit Dr. Marion Schwarz eine Ärztin gewinnen konnte, die bereits seit 20 Jahren in Zwiesel lebt. Komplettiert wird das Team durch einen Psychologen und Sozialpädagogen, einen Logopäden und Funktionstherapeuten sowie eine administrative Kraft.

Seit Anfang November läuft der Betrieb. In der Zeit wurden bereits über 30 Patienten behandelt. Dies zeige, wie groß der Bedarf vor Ort ist, so Heinrich, der außerdem eine aktuelle Studie der DAK zitierte. „Demnach haben hochgerechnet im Jahr 2017 rund 16.600 bayerische Schüler im Alter von zehn bis 17 Jahren an einer ärztlich diagnostizierten Depression gelitten. In circa 20.700 Fällen dokumentierten die Ärzte eine Angststörung. Dies seien nur die Diagnosen, die Dunkelziffer liege weit höher. „Wir hören immer wieder von Einrichtungen und Ärzten, dass sie den Bedarf bei weitem nicht mehr decken können. Der Bezirk will mit seinen Dezentralisierungsmaßnahmen eine Versorgungslücke schließen und niemandem Konkurrenz machen.“ Auch sei es nicht das Ziel, Gewinne zu erwirtschaften. Im besten Falle könne man eine schwarze Null erreichen. Im Hinblick darauf, dass Kinder und Jugendliche aber die „Basis“ sind, seien diese Investitionen eine zentrale Verbesserung in die Zukunft unserer Gesellschaft insgesamt.

Dieses Engagement des Bezirks wurde sowohl von der Regener Landrätin Rita Röhrl als auch vom Vorstand der Arberlandkliniken, Christian Schmitz, sehr gelobt. Allen Akteuren gemeinsam stellte der ärztliche Leiter Dr. Roland Ebner ein „fantastisches“ Zeugnis aus. „Zu erleben, dass so ein Projekt dermaßen schnell, effizient und kooperativ umgesetzt wurde, war phänomenal für mich und das gesamte Team. Das Gegenteil des Berliner Flughafens“, meinte er. Der Bezirk habe sowohl baulich als auch beim Personal investiert, obwohl die Genehmigung durch den Zulassungsausschuss noch nicht vorlag. Ein Risiko, das es jedoch wert gewesen sei. „Sonst würden wir hier vielleicht erst in zwei Jahren stehen.“

Dass in ihrer Stadt nun Familien mit betroffenen Kindern und Jugendlichen Hilfe bekommen, die sie dringend brauchen, darüber freuten sich auch die katholischen und evangelischen Seelsorger, die zuletzt dieser „segensreichen Einrichtung“ den kirchlichen Segen spendeten.


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